Der Liebe Blut oder Wenn ich deine Tränen weine

Mir flog Eiseskälte entgegen, die nach Freiheit roch. Es war schon Winter. Ich atmete die Freiheit tief ein und beschloss noch eine Runde um den Hauptplatz zu drehen. Genau an jenem Platz wo wir uns so nah waren und doch so weit von einander entfernt wurden.

Vorher lud ich meine Tasche in mein Auto und ging dann Richtung Hauptplatz. Inmitten dieses Platzes, war eine riesige Tafel aus Stein und Stahl. Ich ging zu dieser Tafel und las:

DAS GESETZ FÜR DIE MENSCHLICHKEIT UND DAS REIBUNGSLOSE MITEINANDER

Liebe nur dir ebenbürtige Menschen. Menschen dir gleich in Stand, an Rang und Intellekt.
Liebe nur gesellschaftsfähige Menschen, gesellschaftliche Abweichungen des Partners werden nicht geduldet.
Liebe nur Menschen, die eindeutig weiblich oder männlich sind.
Öffentliche zur Schaustellung von Zärtlichkeiten zum gleichen Geschlecht oder zu Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind, sind strengstens verboten.
Ein einmaliger Tatbestand in Kombination von sofortiger Reue wird mit einer Verwarnung geahndet.
Wiederholtes Handeln sowie Reueloses Verhalten wird mit dem Blut und somit auch mit dem Tod bezahlt.

Schon sooft bin ich an dieser Tafel vorbei gegangen. Sooft diese Worte gelesen. Ich musste schmunzeln und gleichzeitig schnürte es mir die Kehle zu. Diese Worte brachten es tatsächlich fertig mir das Gefühl zu geben, als stünde jemand hinter mir und drücke mir mit seinen großen knochigen Händen den Hals ein, bis ich atemlos am Boden liegen würde. Dieses Gefühl war so mächtig und real, dass ich gezwungen war in die Knie zu gehen und mich am Boden abzustützen. Ich rang nach Luft. Die kalte Luft, die eben noch so nach Freiheit schmeckte wollte meine Lungen nicht füllen. Plötzlich fasste eine kleine, sanfte Hand an meine Schulter….